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Lilienstein – Sagen
Sage
Der Lilienstein ist der einzige Tafelberg der Sächsischen Schweiz rechts der Elbe und liegt der Festung Königstein direkt gegenüber. Um ihn ranken sich gleich mehrere Sagen – von verborgenem Gold im Berg und einer geheimnisvollen Braut.
Sage Das Gold im Berg
Der Lilienstein soll früher bewohnt gewesen sein, und hinter einer Kellertür, die man nur selten sieht, soll eine ganze Braupfanne voll Dukaten liegen. Eine arme Frau aus Waltersdorf fand die Tür einmal offen, setzte ihr Kind auf einen goldenen Tisch und raffte Gold in ihre Schürze – doch als sie sich umdrehte, war die Tür verschwunden. Genau ein Jahr später fand sie sie wieder, und ihr Kind spielte unversehrt mit goldenen Äpfeln und Birnen.
Sage Die Schatzgräber
Eine zweite Lilienstein-Sage erzählt, der Dukatenschatz lasse sich nur heben, wenn man eine reine Jungfrau opfere. Eine Schatzgräberbande nahm deshalb eine nicht allzu kluge Magd aus Waltersdorf mit, und alle mussten eisern schweigen. Um Mitternacht erschien ein Tier mit feurigem Rachen, auf dessen Zunge der Schlüssel lag – die Magd sollte ihn nehmen. Da rief sie „Ach Herrjeses!“, und im selben Augenblick flogen die Schatzgräber in alle Himmelsrichtungen: Am Morgen fand man einen in Ebenheit, einen in Königstein, einen in Waltersdorf – unverletzt, aber ohne Gold.
Sage Die Braut auf dem Lilienstein
Ein junger Weber aus Schandau, Conrad Zeisig, traf am Lilienstein eine wunderschöne Frau mit einer goldenen Kette im Haar. Sie bat ihn, ihr die Hostie von seiner Beichte zu bringen – er dürfe nur nicht erschrecken. Als er wiederkam, stand ein halb tierisches Wesen vor ihm, verflucht wegen einer schweren Schuld. Vor Schreck ließ er das Brot fallen, die Erde tat sich auf und verschlang das Wesen in Flammen; der Weber soll danach nie wieder der Alte geworden sein.
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