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Tafelberge und Felsen – Sagen
Lilienstein
Sage
Der Lilienstein ist der einzige Tafelberg der Sächsischen Schweiz rechts der Elbe und liegt der Festung Königstein direkt gegenüber. Um ihn ranken sich gleich mehrere Sagen – von verborgenem Gold im Berg und einer geheimnisvollen Braut.
Sage Das Gold im Berg
Der Lilienstein soll früher bewohnt gewesen sein, und hinter einer Kellertür, die man nur selten sieht, soll eine ganze Braupfanne voll Dukaten liegen. Eine arme Frau aus Waltersdorf fand die Tür einmal offen, setzte ihr Kind auf einen goldenen Tisch und raffte Gold in ihre Schürze – doch als sie sich umdrehte, war die Tür verschwunden. Genau ein Jahr später fand sie sie wieder, und ihr Kind spielte unversehrt mit goldenen Äpfeln und Birnen.
Sage Die Schatzgräber
Eine zweite Lilienstein-Sage erzählt, der Dukatenschatz lasse sich nur heben, wenn man eine reine Jungfrau opfere. Eine Schatzgräberbande nahm deshalb eine nicht allzu kluge Magd aus Waltersdorf mit, und alle mussten eisern schweigen. Um Mitternacht erschien ein Tier mit feurigem Rachen, auf dessen Zunge der Schlüssel lag – die Magd sollte ihn nehmen. Da rief sie „Ach Herrjeses!“, und im selben Augenblick flogen die Schatzgräber in alle Himmelsrichtungen: Am Morgen fand man einen in Ebenheit, einen in Königstein, einen in Waltersdorf – unverletzt, aber ohne Gold.
Sage Die Braut auf dem Lilienstein
Ein junger Weber aus Schandau, Conrad Zeisig, traf am Lilienstein eine wunderschöne Frau mit einer goldenen Kette im Haar. Sie bat ihn, ihr die Hostie von seiner Beichte zu bringen – er dürfe nur nicht erschrecken. Als er wiederkam, stand ein halb tierisches Wesen vor ihm, verflucht wegen einer schweren Schuld. Vor Schreck ließ er das Brot fallen, die Erde tat sich auf und verschlang das Wesen in Flammen; der Weber soll danach nie wieder der Alte geworden sein.
Winterberg
Sage Der Hirsch und der Kurfürst
1558 jagte Kurfürst August in der Ottendorfer Heide. Am Kleinen Winterberg verfolgte er zu Fuß einen gewaltigen Hirsch bis auf einen schmalen Felsen über dem Abgrund. Das Tier saß in der Falle und wollte zurück – genau dort, wo der Kurfürst stand. Mit den Worten „Entweder ich treffe dich, oder du bringst mich ums Leben“ schoss er; der Hirsch sprang auf und stürzte rücklings in die Tiefe. Zum Dank ließ sein Sohn Christian eine Gedenktafel mit dem Jahr 1558 setzen und oben ein Jagdhäuschen mit dem Geweih auf dem Dach bauen; der heutige achteckige Pavillon stammt von 1818.
Sage Die sieben Buchen
Auf dem Großen Winterberg standen einst sieben prächtige Buchen. Das Volk erzählte: Sobald diese Bäume eingehen, verliert das Haus Wettin die Krone, und ein fremder Herrscher regiert Sachsen – manche meinten sogar, dann kämen die Türken ins Land.
Zirkelstein und Kaiserkrone
Sage Rübezahls Zähne
Der Berggeist Rübezahl soll einmal vom Riesengebirge herübergekommen sein und mit dem Kopf gegen einen Felsen gerannt – der zersprang in den Großen und den Kleinen Zschirnstein. Rübezahl verlor dabei zwei Zähne: Der Augenzahn ist der Zirkelstein, der Backenzahn die Kaiserkrone. Im Zahngrund bei Schandau soll er seine Schmerzen gekühlt haben, und die rötlichen Adern im Gestein stammen angeblich von seinem Blut. Ehrlicherweise: Rübezahl ist eigentlich im Riesengebirge zu Hause. Der Sagensammler Alfred Meiche schrieb schon 1894, ein Lohmener Schuster habe ihn 1842 in die Sächsische Schweiz „einschmuggeln“ wollen – die Einheimischen hätten den Schwindel abgelehnt. Eine schöne Geschichte ist es trotzdem.
Sage Die Pest und die Lobetänze
Unterhalb von Zirkelstein und Kaiserkrone liegt Reinhardtsdorf. Die Sage erzählt, der Ort habe früher Fichtendorf geheißen – daran erinnere noch der Gasthof „Zu den drei Fichten“. Dann kam die Pest und raffte ihn ganz dahin; auch Stolzenhain am Fuchsbach bei Cunnersdorf ging damals unter. Als das Sterben endlich vorbei war, feierte man in der oberen Sächsischen Schweiz ein Dankfest, und davon sollen die alten „Lobetänze“ kommen.
Pfaffenstein
Sage Die Barbarine
Auf dem Pfaffenstein, früher auch Jungfernstein genannt, steht die schlanke Felsnadel Barbarine. Die Sage erzählt von einem Mädchen aus Pfaffendorf, das am Sonntag lieber Heidelbeeren pflücken ging als in die Kirche. Die zornige Mutter verwünschte es – und das Mädchen wurde auf der Stelle zu Stein. Die Geschichte sollte früher ungehorsamen Kindern eine Warnung sein. Ihren Namen hat die Felsnadel, weil das Mädchen Barbara geheißen haben soll.
Großer Zschirnstein
Sage Der Mittagsspuk
Den Großen Zschirnstein soll man nicht in der Mittagsstunde bei Sonnenschein besuchen – dann geht dort ein Mittagsgeist um. Zwei junge Wanderer hörten die Mittagsglocke, und sofort heulte es im Wald, Äste krachten und Vögel kreischten; erst als es eins schlug, wurde es wieder still. Und Rübezahl soll bei diesem Berg ja schon einmal mit dem Kopf angestoßen sein.
Bärensteine
Sage Der Jungfernsprung
Als 1639 der schwedische General Banér Pirna eingenommen hatte und seine Soldaten plünderten, soll eine junge Frau vor ihnen auf den Bärenstein bei Thürmsdorf geflohen sein. In ihrer Not sprang sie in die Tiefe. Zur Erinnerung ritzte man ein Kreuz in den Fels, und die Stelle heißt seitdem Jungfernsprung.
Prebischtor
Sage Der Einsiedler Prebisch
Auf der böhmischen Seite erzählt man, unter einem großen Felsvorsprung habe einst der Einsiedler Prebisch gelebt, der von der Welt nichts wissen wollte. In einer Vision sah er den Felsen als mächtiges Tor, zu dem Menschenmassen strömten, und bat Gott, das nie erleben zu müssen. Eines Tages löste sich ein riesiger Block und erschlug ihn – und so entstand das Tor, das er nie sehen sollte.
Tyssaer Wände
Sage Der Schatz und die Felswichtel
In Tisá erzählt man, ein französischer Adliger habe in den Tyssaer Wänden einen Schatz versteckt und die Stelle nie wiedergefunden – er irrte so lange umher, bis er den Verstand verlor. Felswichtel sollen den Schatz bewachen und Schatzsucher in die Irre führen. Eine andere Sage kennt Zwerge, die unter den Felsen eine unterirdische Stadt voller Schätze bauten – die guten Menschen belohnten sie, die gierigen nicht.
Häufige Fragen
Welche Wanderungen führen zu Tafelberge und Felsen?
Zum Beispiel: Lilienstein, Rauenstein, Bastei, Über Thürmsdorf zu den Bärensteinen.
Passende Wanderungen
- Lilienstein
- Rauenstein
- Bastei
- Über Thürmsdorf zu den Bärensteinen
- Von Königstein über die Fähre auf den Lilienstein
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- Lilienstein
- Festung Königstein
Stand: 09/2026
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