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Felsenburg Neurathen – Geschichte und Sagen

Die Felsenburg Neurathen liegt direkt an der Bastei über Kurort Rathen und wird über die Basteibrücke erreicht. Sie gilt als größte mittelalterliche Felsenburg der Region. Weil sie fast ganz aus Holz bestand, sieht man heute vor allem Balkenfalze, Felsräume und die Zisterne; wegen Sanierungsarbeiten ist sie derzeit nur von außen zu sehen.

Böhmisches Lehen und Fehden

Indirekt wird die Burg 1261 erwähnt, ausdrücklich 1289 in einem Tauschvertrag König Wenzels II. von Böhmen; zusammen mit dem tiefer gelegenen Altrathen bildete sie eine Doppelburg. 1406 kauften die Berken von der Duba Rathen, 1426 eroberte der Vogt vom Königstein die Burg für Sachsen. Als Hans von Oelsnitz sie ab 1466 zur Raubritterburg machte, belagerten sächsische Truppen sie über ein Jahr und nahmen sie im Mai 1469 ein.

Zisterne, Steinkugeln und Legenden

Die Zisterne fasste bis zu 135000 Liter und filterte das Wasser durch ein Kiesbett – einmalig in der Region. Gefundene Steinkugeln stammen von den Angreifern 1469; seit 1986 steht in der Burg der Nachbau einer Steinschleuder. Eine Felsinschrift erinnert an den Nordischen Krieg: „1706 war der Schwede im Lande, es kostete viel Geld.“ Dass die Burg in den Hussitenkriegen zerstört wurde, ist dagegen nur eine Legende.

Sage Die Martertelle

Bei Rathen sollen einst zwei Burgen gestanden haben. Nach der Sage, die Meiche 1894 aufschrieb, stürmten Deutsche im 10. oder 11. Jahrhundert die Veste Altrathen und entrissen sie den Sorben; viele Verteidiger sollen dabei in den nahen Abgrund gestürzt sein. Weil man dort später Knochen, Sporen und Pfeilspitzen gefunden haben will, heißt die Stelle „Martertelle“. Historisch belegt ist die Burg allerdings erst ab dem 13. Jahrhundert.

Sage Der Honigstein

Zwischen Feldstein und Kleiner Gans bei Rathen liegt der Honigstein. In seinen Ritzen lebten einst so viele Bienen, dass die Leute dort Honig holten. Der grausame Ritter von Rathen verbot es, und als er zwei alte Leute beim Sammeln erwischte, hetzte er seine Hunde auf sie. Da stürzten sich die Bienen in dichten Schwärmen auf ihn; in seiner Not sprang er aus dem Fenster und kam ums Leben. Auf der Stelle, wo er aufschlug, soll seitdem kein Schnee mehr liegen bleiben.

Sage Die lederne Brücke und der Nonnenstein

Die Brücke, die Neurathen einst mit den Felsen gegenüber verband, soll aus Leder gewesen sein – dasselbe erzählte man von einer Brücke zwischen Hockstein und Hohnstein. Gegenüber der Bastei, bei Weißig, ragt der Nonnenstein auf. Ein Liebespaar, durch Eifersucht getrennt, soll in zwei Klöster auf beiden Seiten der Elbe gegangen sein; jeden Morgen stieg die Nonne auf ihren Felsen und schaute hinüber zum Mönchsstein, wo ihr früherer Liebster stand.

Verbindungen zu anderen Orten

Neurathen gehörte nacheinander dem böhmischen König, den Herren von Michelsberg und den Berken von der Duba, bevor es an die Wettiner kam; die Eroberung 1426 ging von der Burg Königstein aus. 1469 kam Rathen zum Amt Pirna, blieb aber bis 1806 unter böhmischer Oberlehnshoheit. Die steinerne Basteibrücke von 1851 ersetzte eine ältere Holzbrücke.

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