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Erste Siedlungen

Die Gegend ist viel länger bewohnt, als die Burgen ahnen lassen: In der Mittelsteinzeit rasteten Jäger unter den Felsüberhängen, vor rund 3000 Jahren gab es eine befestigte Siedlung auf dem Pfaffenstein. Um das Jahr 600 kamen slawische Stämme ins Elbtal – von ihnen stammen Namen wie Dohna, Pirna oder die Biela. Ab dem 12. und 13. Jahrhundert legten deutsche Siedler die langen Waldhufendörfer an, zu denen auch Rosenthal gehört.

Jäger unter den Felsdächern

Schon in der Mittelsteinzeit, etwa 9500 bis 5500 vor Christus, zogen kleine Gruppen von Jägern und Sammlern durch das Elbsandsteingebirge. Sie rasteten unter Felsüberhängen – den Plätzen, die Kletterer heute „Boofen“ nennen – und hinterließen Feuersteinsplitter und Knochenreste. Allein im Kirnitzschtal hat das Landesamt für Archäologie 330 solcher Felsdächer erfasst, rund 20 gelten als besonders vielversprechend; geforscht wird dort seit 2005.

Die Burg auf dem Pfaffenstein

Ganz in der Nähe des Hammerguts liegt einer der ältesten befestigten Plätze der Gegend: Auf dem Pfaffenstein fand man bei Grabungen zwischen 1896 und 1912 Steinbeile, Keramik und einen Mahlstein. An der Westseite sperrt ein etwa 200 Meter langer Wall mit Graben den einzigen Zugang. Untersuchungen ergaben ein Alter von rund 3000 Jahren – die Funde gehören zur bronzezeitlichen Lausitzer Kultur. Auch vom Lilienstein und von der Felsenburg Neurathen kennt man urgeschichtliche Funde.

Die Heidenschanze bei Dresden

Die bedeutendste Siedlung der Lausitzer Kultur im Dresdner Elbtal war die Heidenschanze in Coschütz: bewohnt ab etwa 1300 vor Christus, mit einem Wall, der bis etwa 500 vor Christus bestand. Um 1000 vor Christus brannte sie so heftig, dass sich der Sandstein rot färbte. Erst rund 1400 Jahre später nutzten Slawen den Platz wieder – man fand dort sogar ungarische Pfeilspitzen aus den Einfällen der Jahre um 905 bis 933.

Germanen und Slawen

Um die Zeitenwende lebten in Sachsen germanische Hermunduren, später Thüringer – im Elbsandsteingebirge selbst sind von ihnen aber keine Funde bekannt. Nach ihrem Abzug kamen Westslawen ins Land, im Elbtal bei Pirna wohl um 600: Fischer und Bauern. Vor rund 1000 Jahren stießen hier drei slawische Gaue aneinander – Nisane im Elbtal von Dresden bis Pirna, die Milzener in der Oberlausitz und die Dečanen um Děčín. „Nisani“ heißt „die Leute in der Niederung“.

Dohna und Pirna

Dohna ist der älteste urkundlich genannte Ort der Gegend: 1040 erscheint die Burg „Donin“ in einer Chronik; vor der Steinburg gab es slawische Wallanlagen, und schon in der Bronzezeit waren der Burgberg und der Robisch besiedelt. Der Name wird als „Besitz des Doň“ gedeutet. Auch Pirna geht auf eine slawische Siedlung mit Befestigung aus dem 10. Jahrhundert zurück; die gängige Deutung des Namens ist „na pernem“ – „auf dem harten Stein“. Urkundlich erwähnt wird Pirna 1233.

Slawische Namen

Viele Namen der Gegend sind slawischen Ursprungs: Die Biela kommt vom tschechischen „Bělá“ – die Weiße; 1412 heißt sie „die Bela“. Orte auf -witz wie Krietzschwitz (1359 „Kritzewitz“) oder Postelwitz (1446 „Boßlawicz“) tragen die typisch slawische Endung, ebenso Prossen (1412 „Prossentin“), Copitz und Zatzschke, ein kleiner Rundweiler. Struppen gilt der Gemeinde als „wendischen Ursprungs“, Lohmen wird vom altslawischen Wort für Steinbruch hergeleitet. Gesicherte Deutungen gibt es längst nicht für alle Namen.

Deutsche Siedler und Waldhufendörfer

Nach der Unterwerfung der Slawen 929 und der Gründung der Mark Meißen 968 kamen nach und nach Siedler aus Franken, vom Rhein, aus Flandern und Niedersachsen; bis etwa 1250 entstanden in Sachsen rund 4000 neue Orte. Im Elbsandsteingebirge begann die planmäßige Besiedlung im 13. Jahrhundert. Typisch sind die Waldhufendörfer: Die Höfe reihen sich am Bach entlang, und hinter jedem Hof zieht sich ein langer Streifen Land den Hang hinauf – so sehen Rosenthal, Langenhennersdorf, Reinhardtsdorf oder Papstdorf bis heute aus.

Älteste Orte: wann sie zuerst genannt werden

Die ersten urkundlichen Nennungen laut Historischem Ortsverzeichnis Sachsen: Dohna 1040, Lohmen 1206, Pirna 1233, Königstein 1241 als „Lapis regis“ (ein Burggraf „vom Stein“ schon 1233), Liebethal 1241, Stadt Wehlen 1255, Rathen 1261, Struppen 1310, Hohnstein 1317, Rosenthal und Langenhennersdorf 1356, Gottleuba 1363, Reinhardtsdorf 1368, Papstdorf 1371, Bad Schandau 1408, Hermsdorf 1410, Berggießhübel 1412, Gohrisch 1437. Drüben in Böhmen wird Děčín schon 993 erwähnt. Für einige Orte nennen die Gemeinden selbst andere Jahre.

Rund um das Hammergut

Rosenthal wird am 19. Februar 1356 in einer Schrift der erzbischöflichen Kanzlei in Prag genannt – es gehörte damals zu Böhmen und kam erst 1503 an Sachsen. 1410 folgen Hermsdorf, der Hammer Brausenstein („Brussensteyn“) und der Wald „die Ruwe“, aus dem später der Ort Raum wurde. 1452 erscheinen die Hämmer bei Rosenthal, und 1470 das Hammergut selbst als „das smedeberg genandt der Neytbergk“. Ältere Funde aus der Steinzeit oder von den Slawen sind direkt im Bielatal nicht bekannt – der nächste ist der Pfaffenstein.

Stand: 10/2026

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