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Burg Hohnstein – Geschichte und Sagen

Die Burg Hohnstein thront über dem gleichnamigen Städtchen am Rand des Polenztals. Sie gilt als einzige erhaltene Burg der Sächsischen Schweiz rechts der Elbe. Ihre Geschichte reicht vom Mittelalter über Gefängnis und Jugendherberge bis in die dunklen Jahre des 20. Jahrhunderts; seit 2019 wird sie umfassend saniert.

Die Berken von der Duba

Die Burg entstand um 1200 und wird 1317 erstmals urkundlich genannt. 1353 kam sie an das böhmische Adelsgeschlecht der Berken von der Duba, als Lehen Kaiser Karls IV. – ihr Wappen mit gekreuzten Eichenästen ist noch heute am Durchgang zum zweiten Burghof zu sehen. Hohnstein war ihr Stammsitz in der heutigen Sächsischen Schweiz.

Jagdschloss, Amt und Gefängnis

1443 erwarb Kurfürst Friedrich der Sanftmütige die Burg durch Tausch und Kauf; lehnsrechtlich blieb sie bis 1806 an Böhmen gebunden. Die Wettiner nutzten sie als Jagdschloss, als Amtssitz, Gericht und Gefängnis; 1639 hielt sie einer schwedischen Belagerung stand. Unterhalb ließ Kurfürst Christian II. den Bärengarten anlegen – von 1609 bis 1756 wurden dort Bären für die Hofjagden gehalten.

20. Jahrhundert

1926 wurde die Burg Jugendherberge, mit 1000 Betten damals die größte Deutschlands; 1928 zog Max Jacob mit seiner Puppenbühne, dem Hohnsteiner Kasper, auf die Burg. Vom 8. März 1933 bis 25. August 1934 betrieben die Nationalsozialisten hier ein frühes Konzentrationslager – rund 5.600 Menschen waren inhaftiert, etwa 40 kamen ums Leben. Ab Oktober 1939 war die Burg ein Lager für kriegsgefangene Offiziere. Nach 1949 wieder Jugendherberge, übernahm 2018 die Stadt den Betrieb.

Gedenkort

Seit dem 11. März 2023 erinnert eine kleine Ausstellung im ehemaligen Frauenbunker an die Geschichte der Burg von 1924 bis 1945 und an das frühe Konzentrationslager. Der Gedenkstein von Wilhelm Landgraf aus dem Jahr 1961 steht bis heute.

Sage Der gute Engel

Zur Zeit des Kurfürsten Moritz soll auf Schloss Hohnstein ein Geist in Gestalt eines kleinen Mädchens erschienen sein. Er half einem gleichaltrigen Kind bei der Arbeit und brachte ihm sogar Geld. Der Amtmann meldete die Sache nach Dresden – doch der Superintendent hielt alles für Spuk oder Schwindel und meinte trocken, Gott schicke kein geprägtes Geld durch Gespenster.

Sage Das Sensenduell im Tiefen Grund

Bei den Wasserfällen im Tiefen Grund unterhalb von Hohnstein sind zwei Sensen und ein Kreuz mit der Jahreszahl 1699 in den Fels gehauen. Die Sage dazu: Zwei Freunde aus Waitzdorf liebten dasselbe Mädchen, und sie wollte nur den Mutigsten nehmen. Also trafen sie sich mit neuen Sensen zum Zweikampf. Einer fiel; der Sieger warf sich weinend über den toten Freund und verschwand. Neun Jahre später kam er als preußischer Kürassier ins Dorf zurück, sah das Mädchen – blass und verhärmt – am Spinnrad, sagte nur „Gott mit dir“ und kniete noch einmal am Grab, ehe er mit seinem Heer nach Böhmen zog. Sie starb im selben Jahr.

Verbindungen zu anderen Orten

Von Hohnstein aus beherrschten die Berken von der Duba einen großen Teil der hinteren Sächsischen Schweiz; 1410 wurde durch Erbteilung die Herrschaft Wildenstein mit der Burg am Kuhstall abgetrennt. Nachdem die Wettiner 1451 auch Wildenstein übernommen hatten, kamen Wildenstein und der Winterstein zum Amt Hohnstein. Der Vertrag von Eger 1459 schrieb diese Grenze zwischen Sachsen und Böhmen fest.

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