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Bielatal

Die Biela entspringt in den Sandsteinfelsen von Ostrov in Böhmen und mündet nach rund 18 Kilometern in Königstein in die Elbe; erstmals erwähnt wird sie 1412 als „die Bela“. Weil sie viel Gefälle hat und gleichmäßig Wasser führt, drehten sich an ihr über Jahrhunderte zahlreiche Wasserräder – für Hammerwerke, Hütten, Mahl-, Säge- und Brettmühlen. Das Bielatal war einmal ein Industrietal.

Pirnisch Eisen

Bei Berggießhübel wurde seit dem 14. Jahrhundert Eisenerz abgebaut – ein besonders reiches Magneteisenerz. Schon für die Jahre 1443 bis 1445 nennen Abrechnungen 20 Hammerwerke, die es verarbeiteten. Um 1590 rühmte der Chronist Petrus Albinus die Erzeugnisse als „Pirnisch Eisen“ – ein früher Markenname für Kanonenkugeln, Ofenplatten und Siedepfannen.

Die Hämmer von der Quelle bis Hütten

Flussabwärts reihten sich die Werke: die Hammerhütte Eiland in Böhmen, die Oberhütte bei Rosenthal, der Hammer Brausenstein – schon vor 1410 in Betrieb –, der Hammer Neidberg, der Reichstein-Hammer und in Hütten der Mittlere und der Untere Reichhammer, der Greifenhammer und ab 1541 die Alte Gießhütte. In Hütten wurden Ofenplatten von bis zu 1,65 Metern Höhe gegossen, unter anderem für die Schlösser in Dresden und Augustusburg; heute steht dort die Papierfabrik Louisenthal, die Banknotenpapier herstellt.

Hochöfen und das Ende der Hammerzeit

Im 17. Jahrhundert kamen Hochöfen dazu: 1653 in der Oberhütte, 1661 in Neidberg, 1693 in Brausenstein. Die Hütten verschlangen Unmengen Holzkohle und verwüsteten den Wald; 1731 entzog eine kurfürstliche Holzordnung ihnen das billige Holz. Danach lohnte sich das Eisen kaum noch – bis 1805 hatten alle Werke des Reviers aufgegeben, viele liefen als Mahl-, Säge- oder Brettmühle weiter.

Der Hochofen Brausenstein

Die Hammerhütte Brausenstein wird 1410 als „hamer in dem Brussensteyn“ genannt. 1693 ließ Christian Friedrich Münch einen etwa acht Meter hohen Hochofen bauen, in den die Jahreszahl 1700 gemeißelt ist; 1704 lieferte das Werk Kanonenkugeln an das Dresdner Zeughaus. Um 1750 endete der Betrieb. Der Ofen wurde ab 1978 wieder aufgebaut und ist der einzige erhaltene Zeuge der Hüttentechnik im ganzen Revier – er steht auch im Wappen des Ortes.

Die Oberhütte bei Rosenthal

Um 1452 wird Rosenthal mit seinen Hämmern genannt, 1518 taucht der Name „Obirhütte“ auf. Hans Joachim Münch baute hier 1653 einen Hochofen; gegossen wurden Kanonen, Kugeln und Granaten, unter anderem für das Dresdner Zeughaus. 1726 wurde der Betrieb aus Holzmangel eingestellt.

Ottomühle, Reichstein und die anderen Mühlen

Die Ottomühle im oberen Tal war eine Getreidemühle; das Gasthaus nennt 1548 als Gründungsjahr, eine Wanderbeschreibung des Bergverlags Rölke die erste Erwähnung 1620. Die Reichsteiner Mühle wird 1549 als Mahlmühle des Hammerguts Reichstein genannt; 1791 heißt Reichstein nur noch „eingegangenes Hammerguth“. Weiter unten, in Hütten und Königstein, lagen unter anderem die Schinkemühle, die Zeibigmühle, die Reicheltmühle, die Hofemühle und die Brückmühle.

Rosenthal, Hermsdorf und die Gemeinde

Rosenthal wird 1356 in einer Schrift der erzbischöflichen Kanzlei in Prag erwähnt und gehörte bis 1503 zu Böhmen. Hermsdorf ist seit 1410 belegt, Brausenstein war ein Teil davon. 1933 wurden Hermsdorf und Reichstein zur Gemeinde Bielatal vereint, 1994 entstand daraus mit Rosenthal die Gemeinde Rosenthal-Bielatal.

Die gleislose Bahn und die Kletterfelsen

Eine Eisenbahn ins Bielatal gab es nie – aber ab 1901 fuhr die „Gleislose Bielathal-Motorbahn“ von Max Schiemann, einer der ersten Oberleitungsbusse der Welt, von Königstein bis zum Kurbad Königsbrunn; 1904 war schon wieder Schluss. Etwa zur selben Zeit, 1904 und 1905, wurden die Herkulessäulen erstmals bestiegen. Heute zählt das Klettergebiet Bielatal 239 Gipfel mit über 3400 Kletterwegen.

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Stand: 09/2026

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