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Caspar David Friedrich
Caspar David Friedrich, geboren am 5. September 1774 in Greifswald, gestorben am 7. Mai 1840 in Dresden, ist der große Maler der deutschen Romantik. Nach dem Studium in Kopenhagen zog er 1798 nach Dresden und blieb dort sein Leben lang. Von hier wanderte er immer wieder in die Sächsische Schweiz – mit Skizzenbuch und Bleistift. Seine Bilder malte er später im Atelier und setzte sie frei aus Motiven verschiedener Orte zusammen. Typisch sind Rückenfiguren, Nebel, Abendlicht und eine stille, nachdenkliche Stimmung.
Wanderungen im Elbsandstein
Allein im Jahr 1800 war Friedrich mindestens fünfmal in der Gegend; Anfang Juli zeichnete er in Hohnstein das Tor und das „Schinderloch“. Später kamen der Gamrig bei Rathen (1808), das Polenztal, der Amselgrund und das alte Elbtor in Pirna dazu. Um 1818 wanderte er mit seiner Frau und den Freunden Kummer und Carus zum Kuhstall, 1820 zeichnete er in Stolpen den Coselturm. Im Uttewalder Grund verbrachte er eine Woche „zwischen Felsen und Tannen“ – die Angaben zum Jahr schwanken.
Der Sommer 1813 in Krippen
Im Frühjahr 1813, während der Befreiungskriege gegen Napoleon, verließ Friedrich das von Truppen durchzogene Dresden und wohnte bei seinem Freund Friedrich Gotthelf Kummer im Fischerdorf Krippen an der Elbe. Die unruhige Zeit verdarb ihm zunächst die Lust am Arbeiten – erst am 1. Juni notierte er „nach langer Zeit die erste Zeichnung“. Zwei Tage später, am 3. Juni 1813, zeichnete er am Fuß der Kaiserkrone einen Felsengipfel. Aus diesem Blatt wurde Jahre später der Felsen, auf dem sein berühmtester Wanderer steht. Wie lange er blieb, geben die Quellen unterschiedlich an.
Der Wanderer über dem Nebelmeer
Das Bild entstand um 1818 und hängt heute in der Hamburger Kunsthalle. Ein Mann im dunklen Rock steht auf einem Felsen und blickt über ein Meer aus Nebel. Die Landschaft gibt es so nirgends – Friedrich hat sie aus der Sächsischen Schweiz zusammengesetzt: Der Felsen vorn stammt von der Kaiserkrone, im Mittelgrund steht der Gamrig bei Rathen, rechts der Zirkelstein, dazu kommt der Blick vom Wolfsberg bei Krippen; links hinten ein böhmischer Kegelberg – ob Rosenberg oder Kaltenberg, ist in der Forschung offen. Was das Bild bedeutet, ist bis heute nicht entschieden.
Felsenlandschaft und Tetschener Altar
Die „Felsenlandschaft im Elbsandsteingebirge“ von 1822/23 im Belvedere in Wien zeigt die Felsen am Tor der Felsenburg Neurathen an der Bastei – die Wege und Stege, die es dort schon gab, ließ Friedrich bewusst weg. Bekannt wurde er mit dem „Kreuz im Gebirge“, das er Weihnachten 1808 in seinem Atelier zeigte; 1809 kaufte es das Ehepaar Thun-Hohenstein für sein Schloss in Tetschen – daher „Tetschener Altar“. Ein Kritiker fragte damals empört, ob sich die Landschaftsmalerei jetzt „auf die Altäre“ schleichen dürfe. Der Streit machte Friedrich bekannt. Das Bild hängt heute im Albertinum in Dresden.
Späte Jahre und Wiederentdeckung
1816 wurde Friedrich Mitglied der Dresdner Akademie, 1818 heiratete er Caroline Bommer, ab 1823 wohnte der norwegische Maler J. C. Dahl im selben Haus an der Elbe. Ordentlicher Professor wurde er nie – seine Malerei galt als zu persönlich. Nach einem Schlaganfall Mitte der 1830er-Jahre konnte er kaum noch malen; nach seinem Tod geriet er fast in Vergessenheit. Erst eine große Ausstellung 1906 in Berlin holte ihn zurück. Zu seinem 250. Geburtstag 2024 kamen allein in die Hamburger Kunsthalle 335.000 Besucher – so viele wie nie zuvor.
Auf seinen Spuren
Der Caspar-David-Friedrich-Weg bei Krippen, eröffnet im April 2024, ist eine Runde von rund 15 Kilometern über Kaiserkrone, Zirkelstein und Wolfsberg. Tafeln zeigen Friedrichs Skizzen genau neben dem heutigen Blick, am Bächelweg in Krippen steht eine Sandsteinstele mit seinem Profil. 2025 wurde der Weg zu „Deutschlands schönstem Wanderweg“ bei den Tagestouren gewählt. Seine Bilder sehen Sie in Dresden im Albertinum, darunter den Tetschener Altar, und im Kupferstich-Kabinett etwa 70 Zeichnungen; auf der Brühlschen Terrasse erinnert ein Denkmal an ihn.
Verbindungen zu anderen Orten
Friedrichs Motive liegen an vielen Orten, zu denen ich auch Geschichten kenne: die Felsenburg Neurathen an der Bastei, Burg Hohnstein, der Kuhstall mit der Burg Wildenstein, Zirkelstein und Kaiserkrone, Burg Stolpen mit dem Coselturm und Schloss Děčín, für das der Tetschener Altar bestimmt war. Sein Freund und Schüler war Carl Gustav Carus, sein Hausnachbar J. C. Dahl.
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Stand: 10/2026
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