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Burg Wildenstein – Geschichte und Sagen

Auf dem 337 Meter hohen Felsen Neuer Wildenstein im Nationalpark liegen die Reste der Burg Wildenstein. Zum Felsen gehört der Kuhstall, ein 11 Meter hohes und 17 Meter breites Felsentor – eines der bekanntesten Ziele der Sächsischen Schweiz. Wer die Himmelsleiter hinaufsteigt, steht auf den Resten der alten Burg mit Balkenlöchern und Zisterne.

Raubritter der Berken

1410 wurde die Herrschaft Wildenstein von Hohnstein abgetrennt und fiel an Heinrich Berka von der Duba; zu ihr gehörten Sebnitz, halb Neustadt und über 20 Dörfer. Wer die Burg genau baute, geben die Quellen unterschiedlich an. Die Berken überfielen von hier Reisende und Nachbarn, belagert wurden sie mehrfach, zuletzt kapitulierten sie 1436. Im April 1451 kam Wildenstein endgültig an die Wettiner.

Warum der Kuhstall Kuhstall heißt

Für den Namen gibt es zwei Erklärungen: Nach der Überlieferung versteckte die Bevölkerung im Dreißigjährigen Krieg ihr Vieh vor den Schweden im Felsentor; nach der anderen stellten die Burgleute hier geraubtes Vieh unter. Seit 1824 gibt es daneben ein Berggasthaus, und seit 1898 bringt die Kirnitzschtalbahn die Besucher bequemer heran.

Sage Die Pfaffenklunst

Eine Felsspalte am Fuß des Kuhstall-Felsens heißt „Pfaffenklunst“. Dorthin soll sich einst der katholische Pfarrer von Lichtenhain vor seinen hussitisch gewordenen Gemeindemitgliedern geflüchtet haben – vergeblich: Sie fanden ihn in seinem Versteck, dem „Pfaffenloch“, und stürzten ihn in den Abgrund. Daher komme auch das alte Sprichwort: „Wollen wir, so wollen wir, wie die Lichtenhainer Bauern.“

Sage Wochenbett, Taufstein und Schneiderloch

Rund um den Kuhstall erinnern Namen an Kriegszeiten: Im Dreißigjährigen Krieg sollen sich die Bauern mit ihrem Vieh hierher geflüchtet haben. Eine Höhle heißt „Wochenbett“, weil eine Schwangere hier ihr Kind bekam, und auf dem „Taufstein“ soll man die Neugeborenen der Flüchtlinge getauft haben. Das „Schneiderloch“, das man nur auf einer Leiter erreicht, war der Sage nach das Versteck eines Schneiders, der in Wahrheit ein Räuberhauptmann war – bis man ihn fand und hinrichtete.

Verbindungen zu anderen Orten

Wildenstein war Teil des Berka-Besitzes rund um Hohnstein und unterstand wie dieser der böhmischen Krone. 1437 halfen die Berken auf Wildenstein den Sachsen bei der Belagerung der nahen Burg Arnstein. Als Ausgleich für Wildenstein erhielt Albrecht Berka 1451 unter anderem Teile der böhmischen Herrschaft Tollenstein.

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Stand: 09/2026

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