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Bad Schandau – Sagen
Sage
Um Bad Schandau erzählte man sich besonders viele Sagen – vom verwunschenen Schlossfräulein im Schlossbrunnen, von einem feurigen Hund, der einst ein grausamer Ritter aus dem Geschlecht der Berken von der Duba gewesen sein soll, vom singenden Felsen bei Postelwitz und gleich zwei Geschichten, woher der Name Schandau kommt.
Sage Das Schlossfräulein
Auf dem Schlossberg über Schandau liegt ein halb verschütteter Brunnen der alten Burg. Einem frommen Schneidergesellen erschien dort an einem Sonntag im März ein wunderschönes Fräulein in alter Tracht: Seit 500 Jahren sei sie verzaubert, und nur heute könne er sie erlösen – er müsse am Karfreitag wiederkommen und sie, wie immer sie dann aussehe, dreimal küssen. Am Karfreitag wand sich zur Mittagsglocke ein grünschillerndes Ungeheuer mit Krötenkopf aus dem Brunnen. Der Schneider rief „Alle guten Geister!“ und rannte davon – und mit einem Klageruf versank sie für weitere 500 Jahre. Er ging danach jeden Karfreitag hinauf; dort fand man ihn als alten Mann eines Tages tot am Brunnen.
Sage Der feurige Hund
Jede Nacht um zwölf soll ein kohlschwarzer, zottiger Hund mit feurigen Augen von der alten Burg auf dem Schandauer Schlossberg durch den Zaukengrund bis ins Kirnitzschtal und zurück gelaufen sein. Man sagte, es sei der verwunschene Ritter Birk von Duba, der in einer Hungersnot die bettelnden Armen mit Hunden von seiner Burg hatte jagen lassen. Erlöst hat ihn erst um 1700 ein Mädchen, Anna Büttner: Sie saß nachts am Grab ihres Vaters, als der Hund sich neben sie legte – und statt fortzulaufen, streichelte sie ihn. Da sprang er wedelnd um sie herum, leckte ihre Hand und wurde nie wieder gesehen.
Sage Der Singestein bei Postelwitz
Ein Hirte aus Pirna sah drüben bei Postelwitz ein Mädchen seine Ziegen hüten; er blies die Schalmei, sie sang dazu. Jede Mondnacht schwamm er fortan durch die Elbe zu ihr auf den Felsen. Am Abend, bevor er um ihre Hand anhalten wollte, kam er nicht – die Elbe hatte ihn geholt. Um Mitternacht erschien ihr seine Gestalt und bat sie, ihr Lied ein letztes Mal zu singen; dann zerfloss sie im Nebel, und das Mädchen schlief auf dem Felsen ein, um nie wieder aufzuwachen. Bei Vollmond soll man noch heute Klagetöne vom „Singestein“ hören.
Sage Woher der Name Schandau kommt
Gleich zwei Sagen erklären den Namen, und beide sind nicht schmeichelhaft. Nach der einen durchbohrte im Kirnitzschtal ein Graf von Camenz einen verräterischen Ritter und rief empört: „Tod und Schande – Schandaue soll der Ort heißen!“ Nach der anderen ritt eine meißnische Prinzessin elbaufwärts, fand den Platz an der Kirnitzschmündung lieblich und fragte die Leute nach dem Namen. Der klang so hässlich, dass sie „Pfui, Schande!“ rief und weiterritt. Schon Meiche merkte an, dass die erste Geschichte aus einem Roman von 1835 stammt.
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