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Schloss Pillnitz – Geschichte

Schloss und Park Pillnitz liegen direkt an der Elbe am Stadtrand von Dresden: Wasserpalais am Fluss, Bergpalais an der Landseite und das Neue Palais dazwischen. Die sächsischen Kurfürsten und Könige nutzten Pillnitz als Sommerresidenz; der Park umfasst heute 28 Hektar.

Gräfin Cosel und der chinesische Traum

1694 kam das Anwesen an den Kurfürsten; August der Starke schenkte es seiner Mätresse, Gräfin Cosel, und zog es nach ihrem Sturz 1718 wieder ein. Ab 1720 ließ er es von Pöppelmann und Longuelune umbauen – im „indianischen“, also chinesischen Stil, mit geschwungenen Dächern und einer breiten Treppe hinunter zur Elbe. 1791 unterzeichneten Österreich und Preußen hier die Pillnitzer Deklaration gegen die Französische Revolution.

Brand und Kamelie

Am 1. Mai 1818 brannte das alte Renaissanceschloss ab; an seiner Stelle entstand das klassizistische Neue Palais mit Kuppelsaal. Berühmteste Pflanze des Parks ist eine Japanische Kamelie, 1801 gepflanzt und das älteste Exemplar ihrer Art auf dem europäischen Festland – von Februar bis April trägt sie bis zu 35000 Blüten und steht im Winter in einem fahrbaren Glashaus.

Der Park und seine Pavillons

Der Park wuchs über ein Jahrhundert: Gräfin Cosel ließ 1712/13 die Heckenquartiere für Feste im Freien anlegen, um 1723 entstand der Lustgarten mit seinen Fontänen, ab 1725 die vierreihige Kastanienallee nach Pöppelmanns Plänen. Ab 1778 kam der Englische Garten dazu mit dem runden Englischen Pavillon von 1780, 1804 der Chinesische Pavillon mit acht chinesischen Landschaftsbildern. In einem Bootshaus steht die prunkvolle Tritonengondel von etwa 1800, mit der der Hof auf der Elbe fuhr.

Palmenhaus und Kamelienhaus

Das Palmenhaus ließ König Johann 1859 bis 1861 bauen – fast 94 Meter lang, damals das größte Gewächshaus Deutschlands; seit 2009 ist es wieder offen. Die berühmte Kamelie von 1801 ist fast neun Meter hoch und blüht karminrot, aber ohne Duft. Im Winter schützt sie ein 54 Tonnen schweres, 13 Meter hohes Glashaus mit Besucherplattformen, das im Sommer auf Schienen weggefahren wird. Die Hauptblüte ist etwa Mitte März.

Neues Palais und Museen

Im Neuen Palais, das nach dem Brand von 1818 entstand, liegt der Kuppelsaal von 1823 – der einzige klassizistische Kuppelbau Dresdens – und die 1830 geweihte Schlosskapelle. Das Schlossmuseum zeigt im Sommer auch die alte Hofküche. Bis 1918 war Pillnitz Sommerresidenz der sächsischen Könige, danach gehörte es dem Freistaat; ab 1946 zeigte hier das „Zentralmuseum“ Bilder der Gemäldegalerie Neue Meister, seit 1963 ist im Wasser- und Bergpalais das Kunstgewerbemuseum – 2026 allerdings wegen Bauvorbereitungen nur bei Führungen zugänglich.

Weinbergkirche, Ruine und Friedrichsgrund

Oberhalb des Schlosses steht zwischen den Weinbergen die Weinbergkirche, die Pöppelmann laut Wikipedia 1723 bis 1725 baute. Über dem Friedrichsgrund ließ der Hof um 1785 bis 1790 eine künstliche Ruine im gotischen Stil errichten – zum Speisen mit Aussicht; seit 2019 hat sie wieder eine Aussichtsplattform. Der Friedrichsgrund selbst ist ein romantisches Tal mit Steinbrücken; in der Meixmühle soll der Sage nach ein Drache namens Meix gewohnt haben.

Verbindungen zu anderen Orten

Über Gräfin Cosel führt eine direkte Linie von Pillnitz zur Burg Stolpen, wo sie später gefangen lebte. Die Baumeister Pöppelmann und Longuelune arbeiteten auch am Barockgarten Großsedlitz, Pöppelmann baute zudem den Zwinger und Schloss Moritzburg. Zum Dresdner Schloss fuhr der Hof auf der Elbe, in prunkvollen Gondeln.

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