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Sagen im Bielatal – Sagen
Sage
Im Bielatal erzählte man sich früher viele Sagen – kein Wunder in einem engen Tal voller Felsen, Hämmer und Mühlen, wo nachts nur das Wasser rauschte. Die bekannteste spielt direkt am Hammergut: die Sage vom Otternkönig. Dazu kommen der Franzosenschatz im Glasergrund, der wilde Jäger über dem Brausensteiner Feld, der Hexenmeister von Rosenthal, die drei entführten Kinder von Rosenthal, der Kanzelstein der Hammerleute und der Singbrunnen.
Sage Der wilde Jäger
Auch durchs Bielatal soll die wilde Jagd gezogen sein. Ein Mann will sie in einer windstillen Nacht über dem Brausensteiner Feld gesehen haben, ein Zimmermann aus Rosenthal hörte ihren Lärm sogar am helllichten Tag. Bei Hermsdorf rief einer nachts zum Spaß in das Jagdgeschrei hinein – und fand danach ein Stück Fleisch auf seinem Wagen.
Sage Der Hexenmeister von Rosenthal
In Rosenthal lebte einst ein Förster, der unheimlich gut jagte: Er schoss aus seinem Fenster und wusste genau, wo das Tier lag – man musste es nur noch holen. Nach seinem Tod soll ein Teil seines Grabes auf dem Friedhof immer offen geblieben sein. Und zur Beerdigung kam eine Kutsche mit vier Pferden, in der niemand saß.
Sage Der Drache in der Mühle
Man erzählte in der Gegend auch vom „Drachen“, einem Hausgeist, der in wechselnder Gestalt erschien. In einer Mühle bei Rosenthal soll er sich einer Magd als schwarzes Hühnchen gezeigt haben – die Bäuerin sagte nur, sie solle es gehen lassen, es tue ihr nichts.
Sage Die drei Kinder von Rosenthal
Eine der ältesten Sagen aus unserem Tal ist mit Datum überliefert: Am 2. Juli 1527, dem Tag Mariä Heimsuchung, sollen in Rosenthal drei Kinder auf rätselhafte Weise über Berg und Tal fortgetragen worden sein. Neun Tage lang suchte das ganze Dorf. Zwei fand man weit draußen tot, das dritte aber lebend. Der Chronist der Festung Königstein schrieb die Geschichte 1710 als Wunder auf.
Sage Der Kanzelstein der Hammerleute
Solange im Bielagrund die Hammerwerke liefen, sollen die Hammerleute einen eigenen Prediger gehabt haben – einen jungen Kandidaten der Theologie. Weil der Weg zur Kirche weit war, stieg er zuweilen auf einen Felsen im Grund und predigte von oben, während sich die Schmiede und ihre Familien darunter versammelten. Der Felsen heißt seitdem Kanzelstein.
Sage Der Singbrunnen
Im oberen Bielgrund, nahe dem Lattenweg, sprudelt eine sehr starke Quelle, der Singbrunnen. Vor der Reformation soll der Rosenthaler Schulmeister jedes Jahr zu Ostern mit den Schulkindern singend hinaufgezogen sein, um dort das Weihwasser für die Kirche zu holen – daher der Name.
Stand: 09/2026
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