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Der Bierdeckel

Der Bierdeckel aus Holzschliff ist eine Erfindung aus der Sächsischen Schweiz – aber nicht von Keller, sondern vom Dresdner Kaufmann Robert Sputh (1843–1913). Am 25. Oktober 1892 bekam er das Reichspatent Nr. 68499 für „Holzfilzplatten oder Holzfilzdeckel“, ausdrücklich auch als Untersetzer für Biergläser: gepresster, getrockneter Holzschliff aus Fichtenholz – also genau das Material, das Friedrich Gottlob Keller erfunden hatte. Spuths Deckel hatten 107 Millimeter Durchmesser, und das ist bis heute das übliche Maß.

Die Sputhmühle im Sebnitztal

Hergestellt wurden die Deckel in der Sputhmühle bei Mittelndorf im Sebnitztal – 1882 als Holzschleiferei gegründet, ab 1904 eine richtige Fabrik mit bis zu 120 Beschäftigten, die bis nach Brasilien lieferte. Am 16. März 1937 brannte sie ab; heute stehen nur noch Ruinen. Im ehemaligen Gasthof Mittelndorf zeigt ein Verein eine Ausstellung zur Sputhmühle.

Vorgänger und Nachfolger

Vorher lagen unter den Gläsern Filzuntersetzer, die sich mit Bier vollsogen. Ab etwa 1880 stanzte die Kartonagenfabrik Friedrich Horn in Magdeburg-Buckau schon Untersetzer aus Pappe. Die Massenproduktion begann ab 1903 im Schwarzwald bei Casimir Otto Katz. Der Bierdeckel aus Holzschliff aber, wie man ihn heute kennt, stammt von Robert Sputh aus dem Sebnitztal.

Stand: 10/2026

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