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Stadt Königstein
Lage und Ortsteile
Königstein liegt im Südosten Sachsens an der Elbe, an der Mündung der Biela, zwischen Pirna und der tschechischen Grenze, zu Füßen der Festung. Ortsteile: Pfaffendorf (erstmals 1437 als „Pfaffindorff“ erwähnt, am Fuß des Pfaffensteins), Hütten (1445 als Hüttensiedlung erwähnt), Ebenheit (1489 erwähnt, Wohn-Stall-Häuser von 1747 und 1824), Halbestadt und Leupoldishain (bei Leupoldishain wurde 1870 das größte Moor der Sächsischen Schweiz entwässert). Seit 2002 bildet Königstein eine Verwaltungsgemeinschaft mit Gohrisch, Kurort Rathen, Rosenthal-Bielatal und Struppen. Einwohner: um 1300 etwa 250, im 16. Jahrhundert 165 Häuser mit geschätzt 1.673 Einwohnern, 1990 2.989, 2020 2.104.
Anfänge und Stadtwerdung (6. Jahrhundert bis 1379)
Im 6. Jahrhundert besiedelten slawische Stämme das Elbsandsteingebirge, im 12. Jahrhundert kamen deutsche Siedler; Anfang des 13. Jahrhunderts entstand die Burg auf dem Felsplateau. Die Siedlung unterhalb heißt wie der Berg: 1241 „in lapide regis“, 1379 wird Königstein erstmals als Stadt urkundlich erwähnt. 1408 fiel das Gebiet an die Mark Meißen und die Wettiner.
Handwerk, Eisen an der Biela, Papier (15.–20. Jahrhundert)
Die Königsteiner lebten von Weberei, Steinbrecherei (Sandstein), Flößerei und Bierbrauen. Ab dem 15. Jahrhundert wurde am Ufer der Biela Eisen gegossen – im Bielatal standen mehrere Hütten und Hämmer des Reviers „Pirnisch Eisen“ (siehe Hochofen Brausenstein). Aus einer Hammerhütte entstand im 16. Jahrhundert eine Papiermühle; seit dem Ersten Weltkrieg wird in Königstein Banknotenpapier hergestellt, heute Banknoten-, Scheck- und Passpapiere. 1550 kaufte die Stadt fruchtbares Gelände hinzu. 1639 brannten schwedische Truppen die Stadt nieder.
Verkehr: Dampfer, Eisenbahn, Bielatalbahn (1837–1904)
1837 begann die Personenschifffahrt auf der Elbe, die Sächsische Dampfschifffahrt legt bis heute in Königstein an. Im Mai 1850 erhielt Königstein einen Bahnhof an der Strecke Dresden–Prag (Bau 1848–1851); heute fährt hier die S-Bahn S1. 1864/65 wurde die Elbe reguliert und ein Hafen angelegt. 1901 nahm die „Bielatalbahn“ den Betrieb auf – einer der ersten Oberleitungsbusbetriebe überhaupt, der von Königstein ins Bielatal fuhr; schon 1904 wurde sie stillgelegt. Eine Personenfähre verbindet die Ortsteile beiderseits der Elbe. Zar Peter I. und Napoleon Bonaparte zählen zu den prominenten Besuchern der Stadt.
20. Jahrhundert: KZ-Außenlager, Naturbühne, Uranbergbau, Hochwasser
1944/45 bestand in Königstein ein Außenlager des KZ Flossenbürg. In den 1950er Jahren wurde die Naturbühne mit 1.100 Sitzplätzen gebaut. Bei Leupoldishain erkundete die SDAG Wismut ab 1961 eine Uranerzlagerstätte, 1963 wurde sie entdeckt; von 1967 bis Ende 1990 wurde dort Uran gefördert. Beim Jahrhunderthochwasser der Elbe 2002 war die Stadt schwer betroffen. Die Festung zieht heute rund eine halbe Million Besucher im Jahr an.
Sehenswertes in der Stadt
Die Marienkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde mehrfach wieder aufgebaut, zuletzt 1823. In der Stadt stehen ein Umgebindehaus von 1587 und eine kursächsische Postmeilensäule. Über der Stadt: die Festung; gegenüber der Lilienstein; über Pfaffendorf der 434 m hohe Pfaffenstein mit der Barbarine, einer rund 43 m hohen Felsnadel, die 1905 erstmals bestiegen wurde.
Passende Wanderungen
- Pfaffenstein mit der Barbarine
- Lilienstein
- Bastei
- Festung Königstein zu Fuß
- Auf dem Forststeig zum Quirl
- Rundweg um den Kurort Gohrisch
- Über Thürmsdorf zu den Bärensteinen
- Von Königstein über die Fähre auf den Lilienstein
Stand: 09/2026
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