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Burg Stolpen – Geschichte und Sagen

Die Burg Stolpen steht auf einem Basaltberg über dem Städtchen Stolpen am Nordrand der Sächsischen Schweiz; der Basaltberg ist ein Nationaler Geotop. Berühmt ist sie als der Ort, an dem Gräfin Cosel, die Geliebte Augusts des Starken, fast ein halbes Jahrhundert gefangen lebte. Heute gehört die Burg dem Freistaat Sachsen und ist ein Museum.

Die Burg der Bischöfe von Meißen

Der slawische Name Stolpen bedeutet „Säule“ – nach den Basaltsäulen des Berges. Sicher erwähnt wird die Burg zuerst 1222; kurz zuvor hatte Bischof Bruno II. von Meißen das Lehen erworben. Rund 350 Jahre lang war Stolpen eine Hauptresidenz der Meißner Bischöfe: Wohnsitz, Verwaltungszentrum und Gefängnis zugleich.

Kurfürsten, Festung und Zerstörung

1559 zwang Kurfürst August von Sachsen den Bischof, Stolpen gegen das Amt Mühlberg einzutauschen, und ließ die Burg zu einem wehrhaften Renaissanceschloss umbauen; 1675 folgte der Ausbau zur Festung. Im Dreißigjährigen Krieg hielten die Stolpener 1632 den kaiserlichen Truppen stand, doch Brände zerstörten große Teile der Anlage. 1813 sprengten abziehende französische Truppen weitere Teile. Seit dem späten 19. Jahrhundert ist die Burg Museum – die Burg nennt 1875, die Schlösserverwaltung 1874 als Beginn der Restaurierung.

Gräfin Cosel

Anna Constantia von Cosel, geboren 1680, war die bekannteste Mätresse Augusts des Starken; 1705 erhielt sie sogar ein geheimes Eheversprechen. 1713 fiel sie in Ungnade, floh 1715 gegen das Verbot nach Berlin, wurde ausgeliefert und kam am 24. Dezember 1716 als Gefangene nach Stolpen. Auch nach Augusts Tod 1733 blieb sie – warum, ist bis heute ungeklärt. Sie starb am 31. März 1765 auf der Burg und liegt in der Burgkapelle begraben. Die Burg spricht von 49 Jahren Gefangenschaft, nachgerechnet sind es gut 48.

Der Brunnen und der Coselturm

1608 ließ Kurfürst Christian II. einen Brunnen in den harten Basalt treiben – die Bergleute kamen etwa einen Zentimeter am Tag voran und stießen erst nach 22 Jahren auf Wasser. 1632 war er fertig – je nach Quelle 82 bis knapp 85 Meter tief (die Burg schreibt „knapp 85 Meter“) – und gilt als einer der tiefsten, die je in Basalt gegraben wurden. 1756 und 1813 wurde er verschüttet und erst 1883 wieder freigelegt. Gräfin Cosel wohnte bis 1743 im Zeughaus, dann – nach einem Blitzeinschlag – im Johannisturm, der deshalb heute Coselturm heißt.

Rundgang durch die Burg

Zur Burg gehören der Seigerturm (um 1455, seine Turmuhr von 1562 gab ihm den Namen), der Schösserturm mit welscher Haube (1476–1487), der Johannis- oder Coselturm (1509), der Siebenspitzenturm, das Kornhaus von 1518, Kasematten, Kapelle, Folterkammer und Basaltkeller. Im Coselturm zeigt die Ausstellung „Lebenslänglich Stolpen. Der Mythos Cosel“ auf drei Etagen unter anderem die Bibel der Gräfin und ihre Briefe. Für den ganzen Rundgang sollte man etwa zwei Stunden einplanen; Kinder begleitet der Burggeist „Basaltus“.

Wo der Basalt seinen Namen bekam

Der Burgberg ist etwa 25 Millionen Jahre alter Basalt. 1546 verwendete der Gelehrte Georgius Agricola für das Gestein von Stolpen zum ersten Mal das Wort „Basalt“ – damit ist der Stolpener Burgberg so etwas wie der Namensgeber. Im Burgkeller erklärt eine Ausstellung den Basalt, und auch unten in der Stadt sieht man ihn an vielen Stellen.

Sage Die weiße Frau im Schafberg

Im Berg bei Langenwolmsdorf, nahe Stolpen, soll die Gräfin Cosel keine Ruhe finden: Sie wandert umher und schenkt denen, die ihr standhalten, Taler aus ihrem Grab. Einem Schäfer erschien eine schöne Frau in Weiß und führte ihn in den Berg, in eine große Halle mit einem breiten Wassergraben. Er sollte hinüberspringen, schaffte es aber nicht – da rief es aus einem Saal voller alter Männer mit weißen Bärten: „Abermals umsonst, noch hundert Jahre!“ Und alles war verschwunden.

Verbindungen zu anderen Orten

Mit dem Übergang 1559 endete die weltliche Macht der Meißner Bischöfe in dieser Gegend – Stolpen wurde eine Burg der Wettiner. Über Gräfin Cosel ist Stolpen eng mit August dem Starken, dem Dresdner Hof und Schloss Pillnitz verbunden: Pillnitz hatte ihr August zuvor geschenkt und 1718 wieder eingezogen.

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