Deutsch · English · Français · Čeština · Nederlands · Polski · Italiano
Hammergut Neidberg – Geschichte und Sagen
Das Hammergut Neidberg ist über 550 Jahre alt: 1470 wird es als „das smedeberg genandt der Neytbergk“ erstmals erwähnt – ein Schmiedeberg also. Die Biela trieb hier Wasserräder, die schwere Hämmer hoben, mit denen Eisen aus Berggießhübler Erz geschmiedet wurde. Und wie jedes alte Haus im Tal hat auch das Hammergut seine eigene Sage.
Sage Sage vom Otternkönig
Die Sage erzählt, dass auf dem Hammergut Neidberg nie Goldammern zu sehen waren – dafür lagen überall Ottern, in ganzen Reihen, sogar in den Betten. Ein Hammerschmied soll sie im Streit mit dem Gutsherrn hierher gebannt haben, und noch 1853 wollen Leute sie gesehen haben. Schließlich holte man einen Beschwörer. Er zog einen Kreis und sprach so lange seine Formeln, bis eine riesige Otter erschien – der Otternkönig. Der führte alle Ottern hinter sich her den Pflasterberg hinauf in den Wald, wo sie für immer verschwanden. Seitdem sieht man am Hammergut Goldammern statt Ottern. Der Beschwörer soll später gesagt haben: Wäre der Otternkönig nicht gekommen, hätte es ihn selbst das Leben gekostet.
Amtshammer und Hochofen
1548 und noch 1764 ist Neidberg als Amtshammer verzeichnet, also als Hammerwerk unter landesherrlicher Aufsicht im Amt Pirna. 1661 wurde in Neidberg ein Hochofen gebaut – damit gehörte das Werk zu den Hochofenstandorten des „Pirnisch Eisen“. Die Schreibweise wechselte über die Jahrhunderte: Nytberg, Neitperg, Hamer Neydtbergk und schließlich Neidberg. Um 1834 lebten hier 29 Menschen, 1890 waren es 43.
Hammer, Mühle und Sägewerk
Nach der Überlieferung des Hauses wurde das Hammermeisterhaus 1661 auf einem älteren Vorgängerbau neu errichtet, und 1792 entstand ein neuer Zeug-, Eisen- und Waffenhammer. Über die Jahrhunderte diente das Gut als Eisenhammer, Mahlmühle und Sägewerk – alles an derselben Wasserkraft der Biela. 2016 erwarben Tom und Katrin Jäger das Anwesen und sanierten es 2017 und 2018.
Sage Andere Otternkönige
Otternkönige kennt man auch anderswo in der Gegend – dort tragen sie sogar ein goldenes Krönchen. Am Ascheborn gegenüber von Sebnitz – so steht es schon in Meiches Sagenbuch von 1894 – sollen sich am Johannistag zur Mittagsstunde alle Ottern um ihren König versammeln; wer reinen Herzens ein weißes Tuch ausbreitet, dem legt er die Krone darauf. Am Geisingberg im Osterzgebirge dagegen soll ein Dieb die Krone geraubt haben – doch eine Schlange hatte sich im Schweif seines Pferdes versteckt und biss ihn beim Absatteln.
Sage Des letzten Hammerherrn Tochter
Alfred Meiche hat 1894 im Bielagrund nur ein paar Zeilen aufschreiben können – unter den Sagen, „über die nichts Näheres zu erfahren war“: Im Bielagrund standen früher mehrere Hammerwerke, und der letzte Hammerherr hatte eine Tochter. Sie war so schön, dass er sie nur nachts spazieren gehen ließ – um sie vor den vielen Verehrern zu schützen. Welches Hammergut gemeint ist, verrät die Sage allerdings nicht.
Kirchspiel Langenhennersdorf
Zur Kirche gingen die Neidberger lange nach Langenhennersdorf: Dorthin war das Hammergut eingepfarrt, belegt 1539 und noch 1930. Anders als die Nachbarhämmer Brausenstein und Reichstein, die zeitweise zu den Rittergütern Hermsdorf und Langenhennersdorf gehörten, blieb Neidberg ein landesherrlicher Amtshammer.
Die ersten Hammermeister
1470 verkaufte der „junge Hans Fischer“, Sohn von Nickel Fischer, sein väterliches Gut „das smedeberg genandt der Neytbergk“ an seinen Bruder Hensel – für 300 rheinische Gulden, zusammen mit einem Anteil am Eisenerzbergwerk in Berggießhübel. Noch älter ist ein anderer Name: 1485 stand Magdalena, die Witwe des früheren Hammermeisters Memol oder Mennel, vor dem Gericht in Königstein. Und aus derselben Zeit wird berichtet, dass dem Hammermeister „zcum Neidberge“ in einer Fehde die Pferde gestohlen wurden.
Bier aus Aussig
Schon um 1483 heißt es in den Akten: „Der hammermeister ym Neytberge had Awßiger bier geschanckt“ – auf dem Hammer gab es also Bier aus Aussig in Böhmen. 1548 durfte der Hammermeister für seine Arbeiter frei backen, schlachten und brauen. Das Schankrecht stand später ausdrücklich im Kaufbrief von 1604, und von 1776 bis 1785 beschwerte sich der Wirt der Schänke in Hermsdorf über die Konkurrenz vom Hammergut. 1832 beantragte die Besitzerin Johanna Christiane Luger dann ganz offiziell einen Gasthof – der früheste Beleg dafür, dass hier Gäste bewirtet wurden.
Die Hipisch und der Mühlenstreit
1535 kaufte Paul Hipisch, Hammermeister in der Fichte bei Hellendorf, den Neidberg und gab ihn für 1000 Gulden an seine Söhne Valten und Hans weiter. Die Brüder hielten 1537 vierzehn Pferde, darunter vier Reitpferde, und bekamen 1539 den Hammer als Erblehen. 1548 lebten etwa acht Personen auf dem Gut: Hammermeister, Hüttenarbeiter und Fuhrknechte. 1549 beschwerten sich die Müller von Rosenthal, Hermsdorf, Markersbach und Hellendorf über die Mahlmühle des Hammerguts, die ihnen Kundschaft wegnahm. 1565 kamen eine Schneidemühle und ein Hochofen dazu – doch die Schulden wuchsen, 1573 musste eine alte Schuld von 1000 Gulden gestundet werden.
Der Kunstkämmerer des Kurfürsten
1582 schenkte Kurfürst August seinem Hofschreiner David Ußlaub eine Schuldforderung gegen den Hammermeister Hans Hipisch – und so kam ein Kunsthandwerker aus Dresden an den Eisenhammer. Ußlaub fand ein abgebranntes Gut vor: Im Februar 1583 schrieb er, er wolle es im Frühjahr wieder aufbauen. Der Kurfürst überließ ihm dazu das Waldstück „Schleichersberg“, später wurde Ußlaub Verwahrer der kurfürstlichen Kunstkammer in Dresden. 1604 durfte er den Hammer an Andreas Wolff verkaufen.
Eine Tonne Heringe
Mit dem Lehnbrief von 1610 für Andreas Wolff kam eine kuriose Abgabe: Jedes Jahr musste der Hammer eine ganze Tonne Heringe an den Amtshauptmann in Pirna liefern – das „Heerings-Geschoß“. Die Hämmer Reichstein und Königstein zahlten dasselbe. Abgeschafft wurde diese Fischsteuer erst 1792. Der Lehnbrief nennt außerdem neben der Mahlmühle eine Brettmühle – gesägt wurde hier also schon vor über 400 Jahren.
Krieg, Neuanfang und Granaten
Den Dreißigjährigen Krieg überstand das Werk nicht: 1654 wurde es zwangsversteigert, und 1660 hieß es „caduc und eingegangen“ – das Gezeug verschwunden, das Vorwerk Rabenstein abgebrannt. Dann kaufte der kurfürstliche Kammerdiener Christoph Bürckner das Gut, ließ Hammer und Mühlen wieder aufbauen und errichtete 1661 ein neues Hammermeisterhaus mit kunstvoller Steinmetzarbeit. Sein Sohn sollte im Jahr 1700 einen Teil seiner Abgaben mit „Granaten für die fürstlichen Zeughäuser und Festungen“ abverdienen – Rüstungsguss aus dem Bielatal.
Holzmangel und das Ende des Hochofens
1705 steht in den Akten, der Hammer „fange an aus Mangel an Holz caduc zu werden“ – für Hochofen und Hammer brauchte man Unmengen Holzkohle, und die Wälder waren erschöpft. 1728 gab das Hammerwerk seinen Erzabbau im Johann-Georgen-Stolln in Berggießhübel auf; dessen Wasser wurde dem neuen Johann-Georgen-Bad als Heilwasser überlassen. Die kurfürstliche Holzordnung von 1731 machte den Betrieb dann endgültig unrentabel, und um 1770 war der alte Hochofen kalt.
Prinzessinnengarten und Butterschnitten
1826 beschrieb der Reiseschriftsteller Merkel das Hammergut: ein großes Landgut mit Mühle, Eisenhammer, Schmiede und Ziegelscheune, dazu der „Zeug- und Waffenhammer des Herrn Luger“ und „Madame Grahl, Besitzerin des Hammerguths“. Vom Mühlgraben stürzte ein kleiner Wasserfall, es gab einen Blumengarten mit Felsengrotte – den „Prinzessinnengarten“ –, und im Gartenhaus bekamen Wanderer Milch und Butterschnitten, bei Merkel „Butterschnittchen“. Im selben Jahr heiratete die verwitwete Johanna Christiana Grahl den Hammerschmied Johann Andreas Luger – Gut und Hammer waren wieder in einer Hand. Gäste bewirtet wurden auf dem Hammergut also schon vor fast 200 Jahren.
Waffenhammer, Graupen und Lohe
1792 erhielt Andreas Luger aus Lohmen die Erlaubnis für einen Zeug-, Eisen- und Waffenhammer – aber ohne Hochofen und ohne Holz aus den fürstlichen Wäldern. Um 1840 hieß es, seine Fabrikate würden „oft sehr weit ins Ausland versendet“. Auf dem Gut drehten sich unterdessen viele Räder an der Biela: eine Mahlmühle mit „holländischem Graupengang“, zwei Sägemühlen, eine Lohstampfe mit sechs Stampfen für die Gerberlohe, dazu Ziegelei, Hofschmiede und eine kleine Schäferei. Der Schlussstein über der Schmiedetür mit der Jahreszahl 1816 ist bis heute erhalten.
Das Sägewerk und die Bomben im Krieg 1945
Ende des 19. Jahrhunderts kaufte Karl Julius Otto die Mühlen am Neidberg und baute die Sägemühlen zu einem Sägewerk mit Turbinenantrieb aus; 1917 firmierte Paul Otto als „Holzsägewerk, Mühle und Futtermittelhandlung“. Um 1920 wurde der Wirtschaftsteil des Hofes zum Wohnhaus umgebaut. Nach der Überlieferung des Hauses bombardierten am 17. April 1945 amerikanische Flugzeuge das Sägewerk – vermutlich irrtümlich, gemeint war wohl ein Rüstungswerk in Rosenthal. Belegt ist im Staatsarchiv eine Akte über „Kriegsschäden bei Holzsäge- und Hobelwerke Neidberg“ von 1945.
Der Wohnwagen „Bastei“
Nach dem Krieg wurde das Sägewerk 1952/53 verstaatlicht, und 1967 entstand daraus der VEB Karosseriebau Rosenthal. Ab 1974 lief hier am Neidberg der Campinganhänger „Bastei“ vom Band – in Weiß-Blau, Weiß-Rot oder Grün, für 14.000 Mark ohne Vorzelt. 1977 waren es über 2.500 Stück im Jahr, damit war er der meistgebaute DDR-Wohnwagen mit festem Aufbau; DDR-Bürger warteten vier bis fünf Jahre darauf. Exportiert wurde er bis nach Frankreich, Schweden, Holland, in die Bundesrepublik und in die Sowjetunion, wohin im Januar 1984 der 25.000ste ging. Ende Juli 1991 stand die Produktion still – insgesamt waren rund 40.000 Wohn- und Verkaufswagen aus Rosenthal gekommen. 2019 wurde der letzte Fabrikschornstein am Neidberg gesprengt.
Das verlorene Hammermeisterhaus
Das Hammermeisterhaus von 1661 war ein zweigeschossiges Wohnhaus mit einem Sitznischenportal mit diamantierter Bogenleibung, einem kreuzgratgewölbten Flur und tonnengewölbten Wirtschaftsräumen. 1986 feierte die Heimatforschung noch „325 Jahre Hammermeisterhaus Neidberg“, als Denkmal von regionaler Bedeutung. Doch das Haus verfiel, 1987 stürzte der Dachstuhl teilweise ein, und 1988 wurde es trotz seiner Bedeutung abgerissen. Geblieben sind das Wohnstallgebäude, in dem heute unsere Ferienwohnungen liegen, der alte Wirtschaftsteil nebenan, der seit April 2026 als Kulturdenkmal bestätigt ist und saniert wird, der Schlussstein der Schmiede von 1816 – und das Portal des Hammermeisterhauses, das heute wieder am Eingang des Hammerguts steht.
Das Portal am Eingang
Das herrschaftliche Portal, das Sie heute am Eingang des Hammerguts begrüßt, steht erst seit 2018 an dieser Stelle. Ursprünglich war es der Eingang zum alten Hammermeisterhaus – wer davorsteht, ahnt, wie prächtig und repräsentativ dieses Haus für die damaligen Verhältnisse gewesen sein muss. Mit dem Abriss des Hammermeisterhauses 1988 wurde auch das Portal herausgerissen. Geschichtsinteressierte Einwohner sammelten damals im Ort Geld, um es wenigstens zu bergen; in Einzelteile zerlegt lag es dann rund 20 Jahre im Rosenthaler Bauhof. Als Tom und Katrin Jäger das Hammergut sanierten, fragten sie an, ob sie das Portal am Hof wieder aufbauen dürften – Gemeinde und Denkmalbehörde stimmten gern zu. Seitdem empfängt es alle Gäste und ist der schönste Platz für ein Erinnerungsfoto.
Die Sitzecke im alten Keller
Wer auf dem Hof des Hammerguts Richtung Hang schaut, entdeckt eine gemütliche überdachte Sitzecke, die Gäste und Wanderer jederzeit nutzen dürfen. Ein Sitzplatz war diese Stelle aber nicht immer: Bis 2025 lag sie unter dem Schutt des 1988 abgerissenen Hammermeisterhauses verborgen. Die Bodenplatten dieser kleinen Terrasse und ihre Rückwand sind der original erhaltene Keller des Hammermeisterhauses – Tom und Katrin Jäger haben ihn wieder freigelegt. Wo heute gemütliche Stunden verbracht werden, lagerte einst der Hammermeister seine Lebensmittel.
Mauern aus Elbsandstein
Schauen Sie sich einmal die Mauern des Hammerguts an: Gebaut ist es aus Elbsandstein, wie die meisten alten Häuser hier im Bielatal. Sandstein war früher das billigste Baumaterial, das es gab – er lag ja gleich hinter dem Haus. Die Steine wurden direkt am Hang gebrochen und sofort vor Ort vermauert, ohne lange Wege und ohne Fuhrwerke über Land. Kürzere Lieferketten gibt es kaum, und effizienter konnte man damals nicht bauen. So ist das Hammergut im wahrsten Sinne aus dem Fels gewachsen, an dem es steht.
Vom Eiskeller zum Weinkeller
Der Gewölbe-Weinkeller, in dem heute bis zu zwölf Personen gemütliche Abende verbringen, war früher der Eiskeller des Hammerguts. Im Winter wurden Schnee und Eis in das Gewölbe eingelagert, damit man das ganze Jahr über Lebensmittel kühlen konnte. Der Keller hat einen Ablauf zur Biela, durch den das Schmelzwasser jederzeit abfließen konnte – so blieb es vom Winter bis in den späten Herbst auf ganz natürliche Weise kühl. Ein Kühlschrank ohne Strom, betrieben vom Winter selbst.
Der alte Pflasterberg
Der alte Pflasterberg am Hammergut war einst Teil der Hauptverbindung zwischen Pirna und Bodenbach (Děčín) – bis 1938 führte die heutige Bundesstraße 172 über Hermsdorf und Rosenthal, und schon im Mittelalter zog der Fernverkehr auf der „Hohen Straße“ über Rosenthal nach Böhmen. Die Eisenbahn und die Straße im Elbtal, die heute die Hauptverkehrswege sind, gab es noch nicht. Damit die voll beladenen Pferdegespanne den steilen Pflasterberg hinaufkamen, stellte das Hammergut eigens Pferde als Vorspann bereit. Bergab war es nicht leichter: Damit die Fuhrwerke und Kutschen die steile Abfahrt schafften, wurden sie auf eiserne oder hölzerne Schienen gestellt und den Berg hinuntergelassen. Wer aufmerksam hinschaut, findet die Schleifspuren dieser mühsamen Transporte bis heute im Pflaster. Im Winter ist der Pflasterberg übrigens die Hausrodelbahn des Hammerguts.
Der letzte sächsische Posten vor Böhmen
Lange verlief die Grenze zu Böhmen direkt über dem Hammergut: Rosenthal gehörte bis 1503 zur böhmischen Krone, seine Kirche unterstand dem Erzbistum Prag. Das Hammergut dagegen war sächsisch – das Historische Ortsverzeichnis führt den Neidberg schon 1483 im Amt Pirna, als landesherrlichen „Amtshammer“; 1470 heißt er „das smedeberg genandt der Neytbergk“. Auch Hermsdorf gehörte bereits 1438 zur Pflege Pirna. Das Hammergut war damit der letzte sächsische Posten vor Böhmen. Erst 1503 kam Rosenthal durch einen Ländertausch zwischen Sachsen und Böhmen an Sachsen – in der Tauschurkunde steht es unter seinem tschechischen Namen „Rozmital“.
Der Seerosenteich
Der Seerosenteich am Hammergut war einst ein Mühlteich: Hier wurde Wasser für trockene Zeiten gesammelt, um bei Bedarf die Mühlräder anzutreiben, wenn die Biela zu wenig Wasser führte. Heute ist er ein kleines Biotop mit Seerosen und kleinen Fischen. Wer Glück hat, sieht hier einen Graureiher oder sogar einen Eisvogel – beide sind am Teich gern unterwegs.
Die Sanierung mit alten Techniken
Bei der Sanierung des Hammerguts wurden alte Bautechniken wieder angewendet – zum Beispiel das Mauern von Gewölben wie zu Zeiten der Hammermeister. Wertvolle Bausubstanz wurde weitestgehend erhalten oder für die neuen Teile wiederverwendet, sodass rund 90 Prozent aus recyceltem Material hergestellt werden konnten. Die moderne Einrichtung steht bewusst im Kontrast zum alten Gemäuer. Weil die Sandsteinwände offen gelassen wurden, können sie atmen – das Raumklima ist dadurch sehr gesund. Also: tief Luft holen und das gute Klima genießen.
Der Wohnwagen „Bastei“ von gegenüber
Gegenüber dem Hammergut, auf dem ehemaligen Industriegelände am Neidberg, war in der DDR ein Zweigwerk des VEB Karosseriewerk Dresden – entstanden aus dem alten Sägewerk. Schon vor dem „Bastei“ wurden hier Wohnwagen gebaut: Anfang der 1970er Jahre baute das Werk Rosenthal Verkaufswagen, die es zuvor in Lizenz des Dresdner Fahrzeugbauers Richard Nagetusch gefertigt hatte, zu Wohnwagen um. Für den „Bastei“ wurden die Anlagen 1974 umfassend modernisiert, weil man hier die meiste Erfahrung mit dem Wohnwagenbau hatte. Gebaut wurde er mit einem Holzgerüst, beplankt mit Sprelacart-Platten und gedämmt mit Schaumstoff; innen zwei Sitzgruppen, die man zu Betten umbauen konnte, eine kleine Küche mit Gaskocher und Spüle, ein Kleiderschrank und je nach Modell Kühlschrank und Gasheizung. Es gab ihn als Bastei 1, Bastei 2, 350, 390 und 351, dazu Verkaufsanhänger; die Modelle 390 und 351 verkaufte Fritz Berger im Westen unter dem Namen „OASE“. Viele Bastei gehörten Betrieben und standen als Ferienunterkunft für die Werktätigen auf Campingplätzen. Fragen Sie ruhig in der Familie nach – vielleicht hat jemand im „Bastei“ Urlaub gemacht, der hier gegenüber gebaut wurde.
Verbindungen zu anderen Orten
Neidberg war einer von vielen Hämmern an der Biela: flussaufwärts die Oberhütte bei Rosenthal und der Hammer Brausenstein, dessen Hochofen von 1693 bis heute steht, flussabwärts der Reichstein-Hammer und die Hämmer in Hütten. Das Erz kam aus Berggießhübel, wo man heute im Besucherbergwerk Marie Louise Stolln unter Tage gehen kann. Alle zusammen machten das „Pirnisch Eisen“ bekannt.
Passende Wanderungen
- An der Biela entlang
- Zum Hochofen Brausenstein
- Grenzenlos wandern bis nach Tschechien
- Tyssaer Wände (Tiské stěny)
- Hoher Schneeberg (Děčínský Sněžník)
- Festung Königstein zu Fuß
- Wanderausflug zum Kristin Hrádek mit Einkehr
Stand: 10/2026
Fragen Sie TOURsten weiter
TOURsten erzählt gern weiter, findet die passende Wanderung und plant mit Ihnen den Urlaubstag – kostenlos und in sieben Sprachen.
TOURsten fragen