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Dorfkirche Reinhardtsdorf
Hoch über dem Elbtal, in Reinhardtsdorf bei Schöna, steht eine der schönsten Dorfkirchen der Sächsischen Schweiz – die „Bauernbarockkirche“. Von außen schlicht, ist sie innen über und über bemalt: zwei Emporen voller biblischer Bilder, eine bemalte Holzdecke von 1711 und Kirchenbänke mit den Namensschildern ihrer Stifter. Vor allem aber stehen hier zwei Altäre: ein spätgotischer Flügelaltar von 1521 und ein großer Barockaltar.
Baugeschichte
Schon im 11. oder 12. Jahrhundert soll hier eine romanische Wehrkirche gestanden haben; erwähnt wird 1368 eine Kapelle, von ihr ist die romanische Tür zur Sakristei erhalten. 1523 wurde die erweiterte Kirche vom Bischof von Meißen mit drei Altären geweiht. Ihr heutiges Gesicht bekam sie im Barock: Sie wurde ab 1675 erweitert und erhöht, das Westportal schuf 1675 Heinrich Weingarten aus Pirna, und auf dem Westgiebel sitzt ein Dachreiter mit Haube, Laterne und Zwiebel.
Zwei Altäre
Der Flügelaltar von 1521 ist eine spätgotische Schnitzarbeit mit der heiligen Anna und dem Kind in der Mitte und Heiligen auf den Flügeln; er wurde zuletzt 2008 restauriert. Daneben steht der vierstöckige barocke Hauptaltar aus den Jahren um 1681 bis 1684 mit Gemälden vom Abendmahl, der Kreuztragung und der Kreuzigung. Dass beide Altäre erhalten blieben, ist ein Glücksfall – meist musste der alte dem neuen weichen.
Die Bilderbibel der Emporen
An den zwei Emporen erzählen rund 50 Bilder die Bibel: oben etwa 30 Szenen aus dem Alten Testament, von Adam und Eva bis zur Vision vom Totenfeld, unten etwa 20 aus dem Neuen Testament. Auf vielen Bildern stehen Name, Wohnort und Beruf der Bauern und Handwerker, die sie gestiftet haben – ein Stück Dorfgeschichte zum Lesen. Darüber spannt sich die bemalte Holzdecke von 1711 mit der Dreifaltigkeit und dem Jüngsten Gericht. Die Orgel baute 1911 Hermann Eule aus Bautzen in das alte Barockgehäuse ein, mit zwei Manualen und 14 Registern.
Stand: 10/2026
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